Vortrag: Gesagt, getan: Maurice Fleuret und die Neue Musik in Frankreich
28.04.2025, 18:00
Toni-Areal, Hörsaal 1, Ebene 3, Pfingstweidstrasse 96, Zürich,
SMG Sektion Zürich
Eine Koproduktion von ZHdK, Master Performance, Institute for Music Research und SMG, Sektion Zürich
Maurice Fleuret (1932-1990) war eine wichtige Figur im Musikleben Frankreichs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Aktivität als Musikkritiker, die im Zentrum dieses Vortrags stehen soll, war auf die Neue Musik zentriert, die immer gleichberechtigt neben Rezensionen von klassischen Konzerten, Festivals und Schallplattenaufnahmen stand, und dies in zahlreichen Magazinen (Combat, Guide du concert, Jardin des modes, Le Nouvel Adam u.a.), in denen er sowohl die «ewigen drei B’s» als auch Stockhausen, Boulez oder Xenakis besprach. Ab 1961 war er der Musikkritiker des linksgerichteten France Observateur. Zugleich aber organisierte er die Journées de musique contemporaine in Paris, leitete später das Festival de Lille und wurde 1981, nach der Wahl François Mitterands, mit der Musikabteilung des Kultusministeriums betreut, was zur Einführung der Fête de la musique führte. Der Vortrag versucht, die Kontinuität dieses Engagements im Sinne einer «Politik» der Musikkritik bei Fleuret in den 1960er und 1970er Jahren zu umreissen.
Martin Kaltenecker studierte Musikwissenschaft und Romanistik an der Sorbonne. 1986 Promotion über den Komponisten Théodore Gouvy, sodann Mitherausgeber der Zeitschrift für neue Musik Entretemps (1986-1992) und Arbeit am Rundfunk. 2006/07 Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und 2009 Habilitation an der Sorbonne (Paris 4). Von 2011-25 Professor (maître de conférences) für Musikwissenschaft an der Universität Paris Cité. Veröffentlichungen: La Rumeur des Batailles (2000), Avec Helmut Lachenmann (2001), L’Oreille divisée. Les discours sur l’écoute musicale aux XVIIIe et XIXe siècles (2011) und L’Expérience mélodique au XXe siècle (2025). Mitherausgeber der Bände Pierre Schaeffer. Les Constructions impatientes (2012) und Théodore Gouvy. Recherches récentes (2023), sowie Herausgeber der Anthologie L’Ecoute. De l’antiquité au XIXe siècle (2024).
Eintritt
Eintritt frei